75 Jahre KOPP Umwelt

1941, mitten im Krieg, gründete der gelernte Maurer in Eltville sein Transportunternehmen. Viel Mut gehörte dazu, mitten im Krieg in das Transportgeschäft einzusteigen. Sprit gab es nicht, denn der wurde zu Kriegszwecken gebraucht. Der erste Lastwagen, mit dem Heinrich Kopp Baustoffe und Brennstoffe, aber auch Wein und sonstige Güter transportierte, fuhr mit einem Holzvergaser, so berichtet der Geschäftsführer Harald Gschweng beim Fest zum 75-jährigen Jubiläum mit Stolz von seinem Großvater Heinrich Kopp und von der Gründungszeit.
Bis Mitte der 1960er Jahre beförderte Heinrich Kopp Güter der verschiedensten Art, jedoch der Schwerpunkt blieb immer im Bereich des Baugewerbes. 1968 kam dann zu der kleinen Lastwagenflotte der erste Absitz-Kipper dazu, mit dem man nun viel einfacher Baustoff- und Abfallkübel transportieren konnte. Die logische Folge war dann auch schon sehr bald, dass aus der Firma Kopp der „Rheingauer Kübeldienst“ wurde. Die Firma und die Fahrzeugflotte wuchs und als nächstes wurde die Betriebsstätte in Erbach gebaut.
In den 80er Jahren schaffte das Unternehmen den ersten Müllpresswagen an. 50 Mitarbeiter zählte die Belegschaft damals. Außerdem stieg man in die Städtereinigung ein.
1993 kam mit der Verwaltungsvorschrift „Technische Anleitung Siedlungsabfall“, kurz „Tasi“ der große Umbruch bei den Entsorgungsunternehmen. Auch bei Kopp änderte sich einiges. Nach und nach wurden Aufbereitungsanlagen für Bauschutt und Altholz, sowie Sortieranlagen für Wertstoffe und Papier angeschafft. Nicht nur deshalb wurde es in der Betriebsstätte in Erbach zu eng. Das Unternehmen wollte sich vergrößern. Doch eine geplante Erweiterung an einem Standort in Kiedrich scheiterte an einem Bürgerbegehren.
Mit der Übernahme des Taunussteiner Entsorgungsunternehmens Beck im Jahr 2005 kam dann die Lösung. Man hatte dort schon die ehemalige Bundeswehr-Liegenschaft bei Kemel als idealen Standort ausgemacht. Auch in Kemel gab es Bedenken zum neuen Firmenstandort, die jedoch ausgeräumt werden konnten. Heute hat die „Kopp Umwelt“ ihren Hauptsitz in Kemel.
Der wesentliche Teil der Anlagen von „Kopp Umwelt“ befindet sich auf dem 13 Hektar großen Gelände auf dem Galgenkopf. Schon bald nach dem Umzug hatte man sich Gedanken gemacht, wie man die riesige Fläche nutzen könne – so wurde 2007 die „Naturenergie Heidenrod“ gegründet, unter deren Dach heute die Betreiberfirmen für die große Photovoltaikanlage, das Biomasse-Kraftwerk und die beiden Windkraftanlagen versammelt sind.
Bis heute ist ein wesentlicher Teil der Firma noch der Bereich der Entsorgung. Container für private, kommunale und gewerbliche Entsorgung stellt das Unternehmen bereit. Der Recyclinghof auf dem Gelände in Kemel ist genau wie der in Erbach gut ausgelastet. Außerdem befindet sich auch in Erbach ein weiterer Container-Standort. Seit 2004 wird die Palette auch durch die in Kiedrich angesiedelte Firma „Drehmoment“ ergänzt, einer Werkstatt für Nutzfahrzeuge.
Mit einem Fest auf dem Kemeler Betriebsgelände feierte die Firma „Kopp Umwelt“ im letzten Monat ihr 75-jähriges Bestehen. 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gratulierten dem Familienunternehmen, das in der vierten Generation Transport und Entsorgung betreibt.
Als zertifiziertes, mittelständisches Unternehmen bietet „KOPP Umwelt“ Kommunen, Gewerbetreibenden und Privathaushalten sämtliche Umweltdienstleistungen an – vom klassischen Containerdienst über Abfallannahme und -verwertung, Straßenreinigung und Winterdiensten bis hin zu kompletten Entsorgungskonzepten. Gleichzeitig bietet „Kopp Umwelt“ mit den Recyclinghöfen in Erbach und Kemel auch Privatpersonen die Möglichkeit die vielfältigsten Abfälle korrekt zu entsorgen.
Mehr als 100 Mitarbeiter und Auszubildende an zwei Standorten kümmern sich um alle Aufgaben rund um Entsorgung, Reinigung und Recycling zur Rückgewinnung von Rohstoffen. Dies leisten man mit einem modernen Fuhrpark, der über 60 Fahrzeuge umfasst, und einem breiten Sortiment verschiedenster Aufbereitungsanlagen.
Als modernes Unternehmen der Entsorgungswirtschaft beschäftigen sich „Kopp Umwelt“ nicht nur mit umweltverträglichen Recyclingservices, sondern auch mit den Möglichkeiten der nachhaltigen Energiegewinnung in der Region.
 Aus dieser Idee ist der Naturenergiepark Heidenrod entstanden. Seit 2008 betreibt die „Naturenergie Heidenrod“ auf dem Betriebsgelände der „Kopp Umwelt GmbH“ ein regeneratives Kombi-Kraftwerk und setzt dabei neben Wind und Sonne auf regionale Biomasse-Ressourcen. Ziel des Projektes ist eine grundlastfähige Versorgung von 10.000 Haushalten mit erneuerbaren Energien.
„Unser Unternehmen ist gut aufgestellt“, betont Geschäftsführer Harald Gschweng mit Blick auf die verschiedenen Zweige der Firma „Kopp Umwelt“. Und die Nachfolge ist ebenfalls geregelt: Sohn Alex und Tochter Lisa sind bereits mit im Betrieb und wollen die Firma fortführen. Die IGE Eltville aktiv wünscht ihrem Mitglied auch weiterhin viel Erfolg in Kemel, aber natürlich auch hier bei uns im oberen Rheingau.